Spezial: Visa und Weiterflug

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… oder: ins Stocken geraten, bevor es losgeht …

 
 

Mein erster ernsthafter Flug und ich will nun fröhlich einchecken. Dazu begibt man an einen dafür vorgesehenen Automaten. Der verlangt Name, Pass, Buchungsnumer und soll dann die Boardkarte ausspucken. Das Touchen durch das Menü brachte aber immer nur Optionen, die nicht so richtig auf mich zuzutreffen schienen und auch Fehlermeldungen brachten. So richtig Sinn ergab das alles nicht. Ich konnte mich also am Automaten nicht einchecken.

Musste ich halt einen Menschen bemühen und so begab ich mich zur Check-in-Dame, die schon die ganze Zeit von weitem sah, dass an dem Automaten irgend etwas nicht stimmt. Also sah sie sich die ganze Sache nochmal an und meinte dann: die Lufthansa-Software verlange ein Visa. Ich so: „Aber Malaysia ist doch für Deutschpass-Träger visafrei.“ Die Lufthansa-Software versucht allerdings schlau zu sein und rechnet: Abflugdatum 09.01.2016, Rückankunft 03.05.2016, macht nach Adam Riese: 115 Tage – und unterstellt halt, dass man diese 115 Tage durchgängig in Malaysia ist – bin ich ja aber nicht. Visafrei sind allerdings nur 90 Tage durchgängig, das ist richtig. Das sorgt nun für den Effekt à la „Computer sagt nein“. Dabei ist das doch eigentlich meine Sache, wenn ich in Malasia in den Knast komme, wenn ich gegen irgend ein Gesetz verstoße, oder eben das Visa überziehe. Warum sollte da eine Lufthansa-Software plötzlich den großen Beschützer spielen und die Vorlage eines Visas erzwingen. Check-in-Dame meinte, dass in solchen Fällen aber schon die Fluggesellschaften eins auf den Deckel bekämen, wenn das passiert. Wundert mich. Warum nicht die Reisebüros, die die Flüge verkaufen? Hier gibt es also noch Mechanismen, die laufen völlig im Dunkeln und über die nie irgendwo berichtet wird.

Und genau wegen solcher unbekannter Mechanismen, die dann plötzlich aus dem Hinterhalt zuschnappen und alles was gut läuft nochmal völlig durcheinander bringen, graut mir vor vielen Dingen. In dem Fall war’s ein Mechanismus, der meinte ganz besonders hilfreich zu sein, aber das Weiterkommen verwehrte, obwohl alles in Ordnung ist. Ich sah schon wieder alle meine Reisepläne über den Haufen geworfen; oder aber mich einen sinnlosen Rückflug buchen, der innerhalb des visafreien Zeitraumes liegt und nochmal richtig schön teuer ist, nur um die Software zu satuieren …

Nach einer viertel Stunde Diskussion der Check-in-Dame mit dem Flughafenpersonal und einem Telefongespräch mit der Lufthasa-Zentrale stellte sich heraus: in der Software ist es möglich, eine zusätzliche Reiseroute zu hinterlegen; zum Beispiel einen früheren Weiterflug. Den hatte ich natürlich – glücklicherweise gerade noch einen Tag vorher zurechtgepuzzelt und auch schon gebucht, so dass ich den Weiterflug nachweisen konnte. Das Bestätigungs-PDF hatte ich auf dem Tablet; Flugnummer und Airline genügte – und natürlich ein Abflugdatum, welches innerhalb des Visa-Zeitraumes liegt.

 
 
 
 

Der Weiterflug wird dann per „add itinerary“ in die Software hinzugefügt und ich konnte einchecken und der Boarding-Pass wurde freigegeben. Das hatte die Check-in-Mitarbeiterin auch das erste Mal gehört. Haben wir also beide etwas gelernt. Das ging natürlich auch nur am Schalter. Die Check-in-Automaten, die ja alles ganz einfach machen sollen, sind für so einen Fall nicht ausgerüstet. Mit Sicherheit ist so auch kein Online-Check-in möglich.

Man muss schon die Visa-Bestimmungen eines Reiseziellandes im Vorfeld etwas kennen und dann eben die Weiterflüge schon entsprechend gebucht haben, dass man die in genau solchen Fällen problemlos schnell vorweisen kann. Das passiert alles am Check-in-Schalter, wo man auch das Gepäck abgeben würde. Aus irgendwelchen Gründen werden die Fluggesellschaften dafür verantwortlich gemacht, dass die Sache mit den Visa hinhaut.

 

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