Neulich in der Umkleide

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Es ist unglaublich, was ständig für Malheure passieren, wenn man außer Haus ist. Was mir in den letzten zwei Monaten alles mit meinen Klamotten passiert ist, passiert mir sonst in zwei Jahren nicht. Nachdem ich mir nun noch mein Hemd grandios auf drei von vier Seiten mit Sonnencreme versaut habe, war es für mich an der Zeit, mich doch noch mal neu einzukleiden. Eine Tortur jedes mal, vor der mir graut …

 
 
 
 

Doch potztausend: es war wieder mal H & M, die die richtigen Sachen hatten! Hier hab ich jetzt sogar endlich eine lange, aber dünne, luftige Leinenhose erwischt, die nicht wie Schlafanzug aussieht, sondern straßentauglich ist. Inzwischen habe ich sogar so viel gesunde Farbe abbekommen, dass ich tatsächlich beige und hellblau anziehen kann, ohne wie ein Gespenst auszusehen – Farben, die ich in Deutschland nie hätte tragen konnte, denn der Kalkwand-Effekt ist damit einfach zu groß.

Da habe ich nun wochenlang auf allen möglichen Märkten und Läden in China, Hongkong, Indonesien und Malaysia Ausschau nach geeigneten Sachen gehalten und letzten Endes werde ich wieder bei H & M fündig. Es ist (für mich) (sehr) wichtig, dass Klamotten funktional sind. Das heißt, dass z.B. die richtige Menge an Taschen, in der richtigen Größe, an der richtigen Stelle vorhanden sind, oder dass Hosen z.B. Gürtelschlaufen haben. Wenn da eine Sache nicht stimmt, ist das ganze Objekt nutzlos. Man benötigt ganz einfach täglich gewisse Fächer zur Aufbewahrung einer Menge kleiner Dinge, wie z.B. Eintrittskarten, Wertmarken, kleine Chips für die Bahn in Kuala Lumpur, Sonnenbrille, Pass, Schlüssel, Taschentuch … alles verschiedene Sachen, die ganz schnell mal griffbereit sein müssen, ohne dass man erst rumfummelt und kramt und womöglich noch alles aus den Taschen fliegt, während man in einer sich bewegenden Menschenmenge läuft. Und da nun etwas gescheites zu finden, kann richtig sehr in Arbeit ausarten, die nicht mal immer von Erfolg gekrönt ist – oder aber es gehört eine riesen Portion Glück dazu, wie eben heute bei H & M.

 
 
 
 

Die Preise hier sind wie bei uns. Ich glaube nicht, dass sich das der Durchschnitts-Malaie ständig leisten wird. Denen erscheint H & M hier möglicherweise als Luxusmarke. Jeder weiß ja aber, dass das genauso „Made in China & Co.“ und 10-fach überteuert ist. Aber was willst’n machen? Zum Maßschneider rennen? Es ist auch fast schon egal wer das letzten Ende näht, es ist der Gestalter mit seinen Gedanken im Vorfeld, der entscheidend ist, ob Dinge nachher funktionieren und nützlich sind, oder nicht. (Blinde Hühner finden aber auch manchmal Körner; davon mal abgesehen.)

Ich habe heute 120 Ringgit, das sind 25 Euro, für die zwei einfachen, sommerhaft-flatterigen Teile ausgegeben. Das ist für mich gefühlt durchaus doch schon etwas Geld für das bisschen Stoff und dabei war ein Teil sogar noch um 40 % gesenkt. Interessanterweise fliege ich morgen für nahezu den selben Betrag nach Borneo. Das ist schon irgendwie alles wirklich etwas merkwürdig mit den Preisen …

 

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