Great Ocean Road

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Eine Attraktion im Süden Australiens ist die „Great Ocean Road“. Die muss man quasi einmal abgefahren sein, wenn man dort mit dem Auto unterwegs ist. Haben wir uns gedacht: „Machmorr!“

 
 
 
 

Was diesmal kein Aprilscherz ist: auf dem Weg dort hin haben wir es tatsächlich geschafft, an einer Kreuzung beim Abbiegen den Wagen mit Schritttempo in den Straßengraben zu manövrieren, weil wir den schlicht übersehen haben.

 
 
 
 

Das linke Vorderrad war dermaßen im Graben eingequetscht, das konnte sich nicht mehr befreien; das linke Hinterrad war durch die Tieflage so sehr in den Radkasten gedrückt, dass sich das nicht mehr drehen konnte; das rechte Hinterrad hing in der Luft; und das rechte Vorderrad hilft dann auch nicht mehr, wenn es auf Staub durchdreht. Wir saßen also trotz Megabereifung und Allrad fest. Ich hab mir schon gedacht, jetzt müssen wir für mehrere hundert Dollar einen Abschleppdienst anrufen, der uns da rauszieht.

Es dauerte glücklicherweise keine fünf Minuten, da kamen nahezu zeitgleich zwei Autos an, die uns helfen konnten: zwei Pärchen und zwei christliche Missionare aus Südafrika, die grad zufällig auf der Straße vorbeikamen, weil sie, nach eigenen Angaben, ein Eis essen fahren wollten. So konnten wir mit vereinten Kräften den Wagen in Schaukelbewegung versetzen, dass die Reifen stellenweise wieder Griff bekamen und *zack-quietsch-schleif*, waren wir tätsächlich wieder frei. Dann wurden wir noch im Namen Jesu gesegnet und uns eine wunderbare Reise gewünscht und es konnte weiter gehen. Wer bei so einem Malheur keinen Allrad mit Differenzialsperre hat, der sitzt da aber echt erbarmunglos fest.

 
 
 
 

Weiter gings dann nun jetzt aber also wirklich auf die Great Ocean Road. Das ist im Prinzip ein Straße an, oder in der Nähe, der Küstenlinie und es sind aller paar Kilometer Haltepunkte, an denen man besonders spektakuläre Küstenformationen bestaunen kann, die alle wiederum einen eigenen Namen bekommen haben. Hier kommen auf jeden Fall jetzt nun endlich mal ein paar Landschaftsaufnahmen aus Australien:

 
 
 
 

Da es halt ziemlich zeitig finster wird (18:30 Uhr) hatten wir ständig zu tun, alles noch bei Tageslicht zu schaffen. Und wenn’s dann finster ist, ist das auch wirklich richtig finster. Man kommt da man aber auch an allerei sonstigen Dingen vorbei, die verblüffen. Zum Beispiel dieser Sumpf hier:

 
 
 
 

Ich hab lange gerätselt, ob das nicht eine Kunstinstallation ist, die irgendwas mit LEDs auf krummen Stäben im Wasser machen wollte. Ich bin mir bis heute immer noch nicht sicher, aber ich glaube, das ist tatsächlich Schilf, was an der Spitze durch Sumpfgas glüht. Gibt’s sowas? Ich hab noch nicht nachgelesen, aber ich meine, mal sowas gehört zu haben. So Irrlicht-mäßig quasi.

Später am Abend sind wir noch am sogenannten „Johanna Beach“ vorbeigekommen. Dort hatten wir die Idee, mal dieses sogenannte „Lichtmalen“ auszuprobieren. Das ging hier richtig gut, weil’s ringsrum echt stockdunkel ist. Kamera auf 30 Sekunden und dann mit dem Handylicht in der Luft schreiben:

 
 
 
 

(Wir Doofies haben zehn Versuche gebraucht, um die Ns richtig spiegelverkehrt zu schreiben …)

Eine andere verblüffende Leuchterscheinung habe ich im Sand entdeckt, die leider mit den verfügbaren Bildaufzeichnungsgeräten nicht einfangbar war: Wenn man den nassen Sand am Strand schnell mit den Händen schaufelt oder bewegt, fangen kleine Punkte darin an zu leuchten. Es passiert manchmal auch, wenn das Wasser am Ufer einfach über den Sand spült. Was zum Kuckuck ist denn das? Das muss doch irgendwas mit statischer Elektrizität zu tun haben, oder aber eine physikalische Reaktion sein, wenn Wassermoleküle in oder aus dem Kristallgitter gepresst werden. Kann mich nicht erinnern, je schon mal sowas gesehen zu haben. (Ich bin aber auch sehr selten nachts am Strand und buddel im Sand rum …)

 
 

In der Nähe vom offiziellen Eingangsschild der Great Ocean Road (wir sind die Strecke quasi „rückwärts“ gefahren) haben wir dann wieder genächtigt. Um das Eingangstor herum findet man allerei historische Plaketten und Tafeln mit wichtigen Informationen.

 
 
 
 

Ja und im Prinzip war das dann quasi der Abschluss des Roadtrips – und es ging weiter nach Melbourne, wo ich ausgestiegen bin und Michael wieder neue Mitfahrer zurück nach Sydney aufgelesen hat. Von Melbourne selber habe ich in den zwei Tagen mal so ziemlich überhaupt nichts gesehen … denn ich musste die Zeit im Hostel nutzen und die nächsten vier Wochen der Reise vorausplanen …

 

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