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Ich weiß nicht, wer mit dem Konzept des „Hostels“ irgendwann mal angefangen hat, aber er feiert damit weltweit Erfolge. Mir etwas unverständlich, denn jedes Hostel nervt die Gäste auf seine eigene Weise; davon kann man erstmal grundsätzlich ausgehen. Wahrscheinlich gehört aber gerade das zum Konzept, anders kann ich mir das inzwischen nicht mehr erklären. Man erlebt jedes Mal neuen Unfug, auf den man vorher nicht mal im Traum gekommen wäre. Und da unterscheiden sich Hostels in der „Dritten Welt“ nicht von Hostels in sogenannten „Industriestaaten“.

 
 
 
 

Generell ist die ganze Sache mit den Mehrbettzimmern schon mal katastrophal. Im schlimmsten Fall stört man sich ständig gegenseitig, im besten Fall herrscht aus Rücksichtnahme so eine bedrückende Stille, dass man depressiv wird. Einmal habe ich mir jetzt sogar mal getraut in einem 20-Bett-Zimmer zu schlafen. Richtig schlafen konnte ich natürlich nicht. Die Klimaanlage (zwar schön, dass es eine gibt), war erstens zu kalt und zweitens laut; und dann geht natürlich bei 20 Betten die meiste Zeit die Tür auf und zu; und die quietscht selbstverständlich und plautzt immer schön laut ins Schloss. Ich glaube, ich hab dann zwischen 5 und 6 Uhr mal kurz etwas geschlafen – bis die ersten dann schon wieder angefangen haben, ihre Sachen zu packen, weil sie abreisen. Da raschelt es überall mit Tüten und es gehen Klettverschlüsse und Reißverschlüsse und Schnallen … ooooooaaaaarrrrr …

 
 

Oder aber es reicht schon ein 6-Bett-Zimmer, was von zwei unflätigen Personen so dermaßen okkupiert wird, dass eigentlich niemand mehr richtig Platz findet. Ich weiß so schon nie, wo ich in einem Hostelzimmer mein Zeug abstellen soll: Es sind ja immer alles Doppelstockbetten. Der, der unten schläft, kann ja wenigstens noch etwas auf den Boden stellen, oder unters Bett räumen. Und der, der oben schläft? Wo soll der bitte schön seinen Krempel hinstellen? Unmöglich. Ich hab’ zum Glück ’nen kleinen Rucksack und nehme den jetzt immer mit ins Bett bei sowas.

 
 
 
 

Oder aber es heißt zum Beispiel, dass das, was jetzt ein Hostel ist, vorher mal ein Hotel war. Denkt man: „Wow, da haben wir hier ja bestimmt jetzt eine super Zimmerqualität!“ In Wirklichkeit bedeutet das aber: es befinden sich Fernseher auf dem Zimmer und wenn eine unflätige Person fern sieht, werden alle anderen mit beflimmert und beschallt. Also das ist, glaube ich, bisher die größte Unart gewesen, die ich in einem Hostel erlebt habe. Wie kann man denn bitteschön als Betreiber einen Fernseher in einem Mehrbettzimmer aufstellen? Denken die etwa wirklich, das ist eine gute Idee? Besonders, wenn unten im Gemeinschaftsareal ein Fernseher läuft und sogar noch eine riesen Leinwand daneben hängt und es sogar noch einen extra Fernsehraum gibt? Ich begreife das einfach nicht, das ist doch Blödsinn sowas.

 
 

Dann ist ja noch das Ding mit den Gemeinschaftsbädern. Es gibt einmal das „normale Gemeinschaftsbad“, was sich irgendwo zwischen 2 und 200 Metern Entfernung auf der Etage befindet. Das ist meistens groß und mit mehreren Toiletten und Waschbecken und Duschen. Wenn man sich also in irgend einer Form putzen will, geht man dort hin und man verlässt dazu sein Zimmer, in dem alle schlafen, noch schlafen, oder versuchen zu schlafen. Das is ja noch ok, denn man stört sich dadurch fast nicht.

Dann gibt’s aber noch das sogenannte „Gemeinschaftsbad en suite“, womit sich Hostels stellenweise sogar noch rühmen und Aufpreis verlangen. Es ist allerdings die unangenehmere Variante des Gemeinschaftsbades. Das bedeutet nämlich, für ein 4-, 6-, 8-, oder meinetwegen auch 10-Mann-Zimmer, steht genau ein einziges, dediziertes Badezimmer zur Verfügung, welches direkt die wenig schallisolierte Tür vom Schlafraum abgehen hat. Man kann sich jetzt leicht vorstellen was passiert: Wenn zu den Stoßzeiten – also meistens früh, wenn man eilig auschecken will, oder abends, wenn langsam Heiazeit wird, oder am besten noch richtig in der Nacht, weil manche auf Party waren – sich dann jeder durchs Bad schält, gibt es ganz schnell Stau. Man wartet also in den Betten, dass sich die nächste Gelegenheit ergibt, ins Bad zu schlüpfen. Währenddessen hört man sich gespannt ständig das Gefurze und Gespühle von jedem an, welches aus dem Bad tönt. Wenn man dann schließlich selber mal an der Reihe sein sollte, weiß man bei jedem Ton genau, was die da draußen jetzt für ein Konzert zu hören bekommen … Also ich muss mal sagen, das ist genau das Gegenteil einer kulturellen Errungenschaft. Dass in einem En-suite-Gemeinschaftsbad dann jeder seinen Krempel im Bad stehen oder hängen lässt, sodass niemand mehr Platz hat, sorgt dabei noch für den geringsten Anstoß. Die liebsten sind mir dabei die, die Sachen wie Zahnbürste oder Rasierer auf dem Waschbeckenrand parken. Ist denen das denn nicht selber eklig, wenn da drüber jeder andere rumspuckt und -sabbert?

 
 

Was mir völlig unklar ist, ist, wie das in den Mehrbettzimmern mit dem Licht funktionieren soll. Es sind ja nun so viele verschiedene Parteien in einem solchen Raum, mit so viel verschiedenen Interessen und Zeitplänen, wann soll denn dann bitte mal das Licht zum besseren Schlafen gelöscht werden? Man muss sich also erstmal grundsätzlich mit dem Gedanken anfreunden, bei Licht (ein-)zuschlafen. Wenn’s Leute mit ein bisschen Anstand sind, löscht dann spätestens um 24 Uhr jemand mal das Oberlicht und alle Raumbetreter laufen dann mit Taschenlampe, oder Handylicht umher. Man erlebt aber auch, dass rigoros die Festbeleuchtung wieder angeschmissen wird, wenn jemand neues in den Raum kommt.

Eigentlich braucht ein Hostelzimmer gar kein Generaloberlicht, dessen Schalter direkt neben der Tür ist und das jeder anschmeißen kann, um alle zu stören. Es war bisher die Ausnahme, dass ich es erlebt habe, dass jeder seine kleine persönliche Lampe am Bett hatte und sich bei Bedarf etwas Schummerlicht machen konnte. Das goldigste war aber bisher, dass es zwar Privatlampen an den Betten gab, die aber ihren Schalter irgendwo anders im Raum hatten und es niemandem klar war, welcher Schalter zu welcher Lampe gehört. Man hat also ständig immer irgend jemandem das Licht an- oder ausgemacht oder aber gleich den Schalter für die Deckenlampe erwischt, sodass jeder was davon hatte. Lachhaft traurig.

 
 

Am meisten machen dann noch die Hostels Spaß, die ganz viele verschiedene Hausregeln haben, wo man feststellt, dass man die selbstverständlichsten Sachen plötzlich nicht darf. Ganz besonders schön ist das in Australien. Noch nie habe ich so viele Verbots- und Beachtungsschilder auf einem Haufen gesehen. Ganz schlimm war es in Gold Coast:

Als erstes bekommt man gleich mal beigebracht: „Check-out ist bis 10 und keine Minute später, sonst gibt’s Strafgebühr!“ Uiiuiiui, hier geht’s ja los.

 
 
 
 

Dann in Australien, die ständig mit ihren „fully licensed hostels“, wo mir nicht klar ist, was da das gute dabei sein soll. Die verbieten mir, Alkohol mit aufs Zimmer zu bringen und eigentlich sogar mit ins Gebäude.

 
 

Das geht scheinbar sogar so weit, dass ich Alkohol an der Rezeption ins Schließfach abgeben müsste, bevor ich weiter im Gebäude lustwandle. Ich habe aus „medizinischen Gründen“ eigentlich immer eine klitzekleine Flasche Whisky oder Rum mit im Rucksack. Die gebe ich wohl jetzt ab, oder wie oder was? Auch wenn der Hustensaft, oder der Hingfong aus der Reiseapotheke Alkohol enthält, da bin ich also schon der fiese Gesetzesbrecher, wenn ich das mit auf dem Zimmer habe? Was ist denn bitte bei euch kaputt …

Doch das geht noch weiter: nicht nur Alkohol, sondern jegliche Getränke (außer Wasser) waren auf dem Zimmer verboten; dasselbe gilt für Essen.

 
 
 
 

Ja ich habe aber auch als Notration immer noch ein paar Fruchtriegel oder ähnliches mit im Rucksack. Muss ich die jetzt vor der Tür lassen, oder an der Rezeption abgeben? Die gehen davon aus, dass man die Küche benutzt und sein Zeug in den Kühlschrank legt. Dabei wär’s aber eben auch ganz schön, wenn genug Platz in diesem Kühlschrank wäre, dass das auch jeder machen könnte. Da dort drin ein riesiges unübersichtliches Durcheinander herrscht, soll jeder Gast seine Lebensmittel in eine Tüte stecken und mit einem Etikett versehen. Wer das nicht macht, muss damit rechnen, dass sein Zeug entsorgt wird.

 
 

Hat man’s also endlich geschafft, drauf klar zu kommen, dass man kein Essen mit auf dem Zimmer haben darf, es ordentlich beschriftet hat und endlich im Kühlschrank verstaut hat, fällt einem das nächste Hinweisschild auf, was einem bedetet: die Küche hat Öffnungszeiten und zwar von 7:00–22:00.

 
 
 
 

Man bekommt also sein Zeug, was man eben gerade noch bis 21:00-Ladenschluss eingekauft hat, dann also erstmal unerreichbar weggeschlossen. Was für ein Mist ist das denn, bitteschön? Ich frag mich warum die 22:00 die Küche abschließen. Ich habe ja erst gedacht, dass die die in den Nachtstunden vielleicht picobello putzen wollen … aber Fehlanzeige: 22:00 schließen, heißt nicht, dass 22:00 geschlossen wird um zu reinigen, sondern, dass 21:30 schon angefangen wird, die Leute rauszukehren, um dann 22:00 zu schließen.

Die Krönung des Ganzen ist dann allerdings noch dieses Schild:

 
 
 
 

Bedeutet: „Weil die Küche ja jetzt zu ist, du aber eventuell einen kleinen Happen zu dir nehmen willst, geh’ doch um die Ecke an den Automaten und kauf’ dir dort was.“ Also da hab ich mich dann aber wirklich verarscht gefühlt. Ich habe eben gerade eingekauft, ihr verbietet mir, das bei mir zu haben, schließt das weg und sagt mir dann ich soll von euch was kaufen? Welches Superhirn hat denn das ausgebrütet … Ich komme mir hier vor wie im Knast.

Sollte man es dennoch geschafft haben, sich innerhalb der vorgegebenen Zeit etwas zu Essen zubereitet zu haben, möchte man eventuell gern im zentralen Gemeinschaftsbereich fraternisieren und sich mit auf die Couch fletzen, in der auf dem großen Flachbildschirm nahezu ununterbrochen Filme geschaut werden. Da entdeckt man dann aber wiederum folgendes Schildchen:

 
 
 
 

„Du darfst hier mit dem Essen auf keinen Fall sitzen!“, bekommt man da als Hinweis. Ja vielen Dank auch – hätte ich mir eigentlich auch gleich denken können.

Und dass die ganze Sache auch wirklich rund ist, hängt in der Küche noch die Warnung:

 
 
 
 

„Wir filmen dich und wenn du nicht richtig aufwäschst, zahlst du Strafe!“ Wow, bekomme ich hier eine gute Laune, die Menschen sind ja sowas von lässig drauf, alles ist super entspannt und relaxt …

Während auf booking.com oder auf der Webseite immer noch alles ganz cool aussieht und prima klingt, ist man dann vor Ort und bekommt erstmal mit, wie bekloppt das eigentlich alles ist. Also es tut mir Leid, aber da kann ich nichts gutes dran finden, wenn Gasthäuser so bescheuert sind. Da wundert’s mich schon gar nicht mehr: die haben einen Pool (was phänomenal ist!), dort schwimmt Tag und Nacht der Reinigungsroboter drin rum und versperrt mit seinem langen Schlauch immer wieder in neuen Varianten den Weg.

 
 
 
 

Da putzt also Tag und Nacht der Roboter den Pool, sodass eigentlich niemals der Pool richtig für Gäste nutzbar ist und es wird dabei vollkommen außer Acht gelassen, dass das, was einen Außenpool eigentlich sauber erscheinen lässt, eine abgeschöpfte Wasseroberfläche ist, auf der nichts rumschwimmt. Da der Pool Schließzeiten hat (natürlich!), die noch straffer sind, als die Küchenschließzeiten, habe ich verwundert nachgefragt, warum man denn nicht den Roboter nur in den Nachtstunden rumputzen lässt. Die Antwort war: „Das Management will das so.“ Na herzlichen Glückwunsch, liebes Management. Mich seht ihr jedenfalls dort nicht nochmal.

Also wirklich, da erlebt man stellenweise schon sehr ulkige Sachen … Vielleicht bin ich aber auch inzwischen einfach nur zu alt für derartige Unterkünfte und finde das deswegen alles ziemlich blöd, wie das dort abläuft.

 
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Ein ganz besonderer Grund der Malaysia-Reise war auch die Durian-Frucht. Ich hatte im Vorfeld ein Restaurant, bzw. einen Verkaufsstand, in Kuala Lumpur, bzw. Petaling Jaya, ausfindig machen können, den ich heute nun endlich besucht habe: „Durian SS 2“. Dieser Stand ist nämlich besonders toll, denn er hat bestimmt zwanzig verschiedene Sorten! Das ist richtig viel. Ich werde es nicht schaffen, mich durch alle durchzuprobieren.

 
 
 
 
 
 
 

So habe ich mich hier erst einmal richtig schön pappsatt gegessen, bis ich es über hatte. Ich konnte mich kam mehr bewegen, so voll war ich. Im Hotel musste ich sogar meinen letzten Schluck Reservewhisky als Verdauerli nutzen … Zwei mittelgroße Früchte, inklusive Trinkkokosnuss: das macht dann schon mal 88 Ringgit (÷ 4,5 ≈ 20 Euro) für eine Mahlzeit – ganz schön teuer. Für mich steht das allerdings auch auf der selben Stufe, wie für andere der Ratskeller in Chemnitz. (Und es ist immerhin noch halb so viel, als wenn ich mir die Durians aufwändig nach Deutschland bestellen würde.)

 
 
 
 

Es sind natürlich auch nicht nur die Früchte die man hier kauft, sondern es gehört noch Service mit dazu: man bekommt seine Frucht aufgeschlagen, serviert, die Schalen und Kern müssen nachher entsogt werden, man hat hier Servietten auf dem Tisch, es gibt einen Wasserhahn zum anschließenden waschen und „verduften“. Und man kann sicher sein, dass die Frucht reif und nicht faul ist, denn der Maestro prüft vorher mit der Nase, ob sie in Ordnung ist und wirft auch schon mal eine schlechte weg. Auch Trinkwasser ist im Preis inbegriffen, die haben extra einen Wasserfilter dafür.

 
 
 
 

Eine solche Durian-Frucht wiegt etwa 1 – 2 kg; besonders große gehen auch schon mal auf die 3 kg zu. In etwa sind 50 % des Gewichtes Fruchtfleisch, der Rest ist Schale und Kern. Vielleicht ist das Verhältnis bei größeren Früchten etwas besser, aber nicht sehr viel, vielleicht 55 %.

Je nach Sorte gibt es große Preisunterschiede – und nicht unbedingt die teuerste muss die leckerste sein. Die Sorte Musang King (58 Ringgit / kg), die hier von allen so hoch gelobt wird, schmeckte mir persönlich nun überhaupt nicht. War etwas herb; und für den Preis erst recht nicht gut. D 88 (28 Ringgit / kg) war ebenfalls etwas bitter, aber das Fruchtfleisch fest und doch sahnig. Mein bisheriger Favorit ist die weit verbreitete Sorte D 24 (24 Ringgit / kg): sie ist süß, sahnig, fruchtig und preiswert; fast jeder hat sie im Programm.

Die Durian hat einen sehr intensiven Duft (und auch Geschmack), weswegen sie auch bloß draußen verzehrt wird, an der Straße oder im Garten. Eher nie in geschlossenen Gebäuden. Selbst wenn mir in Malaysia bisher noch keine expliziten Verbotsschilder begegnet sind, ist es nicht unbedingt erwünscht, eine Durian mit ins Hotel zu bringen. Trotz dass der Duft so intensiv ist, riecht es am Verkaufsstand aber nicht. Die Früchte sind ja noch geschlossen. Und so wie so sind Durians noch das wenigste, was in dieser Stadt stinkt …

Auch bekommtman davon keinen Durchfall, oder wird krank. (Außer man überfrisst sich damit, so wie ich, dann geht’s einem schon übel.) Aber ich habe doch tatsächlich in Reiseratgebern gelesen, man solle in „solchen Ländern“ keine rohen Früchte verzehren … So ein ausgesprochener Blödsinn. Das Trinken einer Kokosnuss zum Beispiel, ist vielleicht das beste was man bei so einer Hitze tun kann. Kokoswasser ist leicht süß, leicht salzig und eiweißreich. Für Elektrolyte, Energie, Nährstoffe und Wasser ist also gesorgt. Auch sind mir Geschichten zu Ohren gekommen, wo Reiseführer die Touristen davor gewarnt haben, sich besser nicht den Durians zu nähern, weil es ganz gefährlich stinken würde. Ein Humbug! So lange man das draßen macht, ist das kein Problem. Durch solche schlauen Tipps bleibt den Reisenden das Kennenlernen von solch exquisiten Delikatessen verwehrt. Niemand soll sich weismachen lassen, dass Obst essen gefährlich ist. (Ich hätte eher Skrupel über einen Fischmarkt zu gehen und dort einzukaufen.)

… neben mir ist übrigens grad eine sechsköpfige chinesische Familie eingekehrt, die jetzt erstmal den selben Schmaus mit Durian und Kokosnuss macht, wie ich gerade …

 
 
 
 

Durian wird oft mit der Jack-Frucht verwechselt, oder auch mit der Cempedak (von der ich aber aktuell aber noch keine eigenen Bilder habe). Die Durian ist aber ganz klar an ihrer spitzstacheligen Schale zu erkennen. Da kann man sich wirklich dran verletzten, ist kaum mit bloßen Händen anzufassen, so starr sind sie.

 
 

Das Fruchtfleisch der Jack-Frucht ist auch viel kleinteiliger und bissfester. Die Durian hat etwas größere Stückchen und ist weich und sahnig. … und es schmeckt und riecht natürlich grundverschieden.

 
 
 
 

Das Durian SS 2 ist quasi ein Spezialitätenrestaurant mitten in der Großstadt. Meine Hoffnung ist es, auch mal Durians in ländlicheren Gegenden zu erwischen. Die Preise pro Frucht liegen normal bei vielleicht 5 Ringgit – und nicht bei 40 Ringgit.

 
 

Unweit vom Durian SS 2 befindet ich noch einer weiterer Verkaufsstand: „Donald’s Durian“. Während Durian SS 2 eher so big business sein wollen, ist Donald mehr so der Händler deines Vertrauens. Er hat zwar nicht ganz so viel Auswahl, aber das ist auch nicht ganz so schlimm: nach fünf Sorten die ich nun probiert habe, ist die D 24 immer noch die beste; und die hat jeder.

Das böse Durian SS 2 hat Donald nämlich den Platz streitig gemacht: er war nämlich erst dort an der gut sichtbaren Stelle an der Hauptverkehrsstraße. Aber durch irgend eine blöde Geschichte ist es passiert, dass Donald dort plötzlich weg sollte, sodass er zwei Ecken weiter in eine kleine Halle eingezogen ist. Er meint aber, seine Kunden kennen ihn und würden auch so zu ihm finden.

 
 
 
 
 
 
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Also ich war ja lange nicht mehr an einem Meer. Wahrscheinlich sowieso sogar noch nie. Und damit meine ich eben so richtig ein Meer. So ein richtiges Meer mit Ozean-Charakter. Ostsee und Mittelmeer würde ich da nicht mit dazu zählen – das sind ja nahezu noch Binnengewässer (auch wenn mich jetzt der ein oder andere bestimmt gerne hauen würde). In meinem Fall ist das hier gerade das Südchinesische Meer, an der Ostküste von Malaysia. Selbst diese Stelle liegt noch verhältnismäßig weit „innen“, sehr nahe am Golf von Thailand.

 
 
 
 

Ich muss schon sagen: das ist schon durchaus respekteinflößend. Interessant ist zu beobachten, wie wechselhaft es ständig ist. Mit der Temperatur verschätzt man sich zum Beipiel dauern: an Tagen, wo man denkt „Na heute ist es ja wunderbar warm!“, ist das doch wirklich unverhofft frisch; und an anderen Tagen, an denen man denkt „Hui, heute müsste es ja bestimmt schön kühl sein!“, dann überrascht es mit ungeahnter Wärme. Entweder schwankt das wirklich so, oder aber es veralbert einen das persönliche Temperaturempfinden.

Obwohl das hier ja erstmal ganz idyllisch nach Strand und baden und allem aussieht, taste ich mich – als verwöhnter Städter – jeden Tag wieder vorsichtig auf’s neue an die Unberechenbarkeit dieser Naturgewalt heran.

Das hier ist zum Beispiel noch leicht; ein Planschbecken:

 
 

Wahrenddessen das hier schon etwas schärfer ist. Hier weiß ich nicht, ob man noch sein Dreijähriges Kleckerburgen bauen lassen sollte, während man am Strand vor sich hin döst – sollte man wahrscheinlich aber sowieso nie.

 
 

Hier gräbt es einem schon mal den Sand unter den Füßen weg, dass man den Halt verliert und die ankommenden Wellen bringen einen manchmal ins Schwanken.

Die nächste Stufe dann – ich hoffe, dass das im Video etwas rüberkommt – ist langsam schon echt ’ne ordentliche Wucht. Ich würde das als „an der Schwelle zu mittelmäßig aufgewühlt“ bezeichnen. Hier ist nichts mehr mit normal schwimmen – das ist dann ein ständiger Kampf gegen sich aufbäumende, schäumende und brechende Wellen. (An der Stelle will ich aber auch nicht ausschließen, dass sich meine Ansichten dann nochmal stark relativieren, nachdem ich auf Borneo und Bali gewesen bin. Denn eigentlich: zum Surfen müssten die Wellen ja meiner Meinung nach noch mal ganz anders sein.)

 
 

Und hier dann, tja, also … ich muss leider sagen, dass ich erst mal aufgeben musste. Die schäumenden Wellen kommen am laufenden Band und hauen einen um. Ich hatte mir in den vergangen Tagen die Vorsichtigkeitsregel formuliert: Wenn man’s schafft, rein zu gehen, kommt man auch wieder raus. Ich hab’s nicht geschafft rein zu gehen; das Meer hat mich postwendend wieder ausgespuckt. Nach zwei Schürfungen im Sand, bin ich erstmal wieder heim, Wunden lecken. Aber ich komme, wieder!

 
 

Das kommt wahrscheinlich auf Foto und Video gar nicht so sehr rüber, was für eine Kraft da dahinter ist. Allein schon bei diesen normalen Wellen. Die Katastrophenbilder, wenn da so eine 20 m hohe Tsunamiwelle irgendwo anrollt und ins Land bricht, die sehe ich jetzt auf jeden Fall mit anderen Augen. Die kann echt alles komplett platt machen. Macht sie ja auch.

 
 

Die Wellen sind das eine, aber die Strömung nochmal das andere. Durch den Wind, oder die geografische Küstenlage, oder beides, treffen die Wellen hier nicht 90° am Strand an, sondern vielleicht 80° – 85°; also auf jeden Fall „leicht schräg“. Man ist noch gar nicht richtig im Wasser, ist man ratzbatz abgetrieben und 20 m weiter. Wenn man während dem Treiben im Wasser mit den Füßen leicht den Boden berührt, kann man spüren, wie sehr man am Grund entlangriffelt.

Ich habe es nicht mehr geschafft, gegen die Strömung anzuschwimmen, so, dass ich wenigstens an Ort und Stelle blieb. Da war ich chancenlos und wurde mit Leichtigkeit vom Sog der Wellen und der Strömung mitgetragen. Wenn man nachher wieder an Land ist, ist das für mich als mittelmäßig Sehbehinderten – ich gehe ohne Brille oder Kontaktlinsen ins Meer – schon eine kleine Herausforderung: finde mal die Stelle wieder, in der du ins Wasser bist. Waren das jetzt 10 m oder 100 m, die du abgedriftet bist? Wo war jetzt der Eingang zum Beach Resort? Plötzlich sieht alles gleich aus …

 
 
 
 

An der Stelle vom Strand war die Sache allerdings wirklich noch ungefährlich: es ging sehr sehr flach ins Wasser; nach 30 m konnte man immer noch stehen. Aber ich habe mir so vorgestellt, wie das wäre, mit diesem Wellengang im offenen Meer. Das fände ich dann schon nicht mehr zum spaßen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie manche Schiffbrüchige das geschafft haben sollten, sich doch noch irgendwie an Land einer Insel zu retten. Da muss man schon ein routinierter, kräftiger Schwimmer sein. Müsste ich noch ganz schön üben. Oder wahrscheinlich bekommt man dann durch’s Adrenalin die besonderen Kräfte.

An dieser Stelle noch etwas Wissensvermittlung: in dem Zusamenhang bin ich darauf gestoßen, dass John F. Kennedy im Zweiten Weltkrieg (hier war er noch nicht US-Präsident) auch mal schiffbrüchig wurde, mit samt seiner Besatzung. Das war in der Nähe der Salomonen-Inseln und die Leute haben es geschafft, sich auf eine vorgelagerte klitzekleine Micro-Insel namens „Kasolo“ zu retten.

 
 
 
 

Ich kann mir das echt nicht vorstellen, dass man auf offenem Meer zielstrebig irgendwo hin schwimmen könnte. Das Meer macht doch mit dir was es will. Ich gaube, da gehört auch ’ne Riesenportion Glück mit dazu, dass das Wetter mitspielt.

Andererseits hab ich mal gehört, dass die Strömungen auf offenem Meer so sind, dass sie früher oder später immer auf Landmasse auftreffen und sei sie noch so klein. Und man kann auch „Strömungen lesen“, so wie ein Jäger Spuren von Tieren ließt. Ein Effekt, den sich damals™ die tollkühnen Seefahrer auf ihren zusammengefrickelten Booten zu Nutze gemacht haben, um die Südseeinseln (und auch Hawaii) zu entdecken und zu besiedeln. Die konnten nicht zielstrebig drauf losfahren, denn die wussten ja nicht, dass es da noch irgendwo Land gibt. Die haben unterwegs die Strömung gelesen und drauf spekuliert, dass die irgendwo ankommen, bevor das Wasser und der Proviant alle wird. Verrückte Typen!

Na trotz allem, das Fazit: Respekt vor dem Meer; das ist eben keine Badewanne.

 
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… oder: ins Stocken geraten, bevor es losgeht …

 
 

Mein erster ernsthafter Flug und ich will nun fröhlich einchecken. Dazu begibt man an einen dafür vorgesehenen Automaten. Der verlangt Name, Pass, Buchungsnumer und soll dann die Boardkarte ausspucken. Das Touchen durch das Menü brachte aber immer nur Optionen, die nicht so richtig auf mich zuzutreffen schienen und auch Fehlermeldungen brachten. So richtig Sinn ergab das alles nicht. Ich konnte mich also am Automaten nicht einchecken.

Musste ich halt einen Menschen bemühen und so begab ich mich zur Check-in-Dame, die schon die ganze Zeit von weitem sah, dass an dem Automaten irgend etwas nicht stimmt. Also sah sie sich die ganze Sache nochmal an und meinte dann: die Lufthansa-Software verlange ein Visa. Ich so: „Aber Malaysia ist doch für Deutschpass-Träger visafrei.“ Die Lufthansa-Software versucht allerdings schlau zu sein und rechnet: Abflugdatum 09.01.2016, Rückankunft 03.05.2016, macht nach Adam Riese: 115 Tage – und unterstellt halt, dass man diese 115 Tage durchgängig in Malaysia ist – bin ich ja aber nicht. Visafrei sind allerdings nur 90 Tage durchgängig, das ist richtig. Das sorgt nun für den Effekt à la „Computer sagt nein“. Dabei ist das doch eigentlich meine Sache, wenn ich in Malasia in den Knast komme, wenn ich gegen irgend ein Gesetz verstoße, oder eben das Visa überziehe. Warum sollte da eine Lufthansa-Software plötzlich den großen Beschützer spielen und die Vorlage eines Visas erzwingen. Check-in-Dame meinte, dass in solchen Fällen aber schon die Fluggesellschaften eins auf den Deckel bekämen, wenn das passiert. Wundert mich. Warum nicht die Reisebüros, die die Flüge verkaufen? Hier gibt es also noch Mechanismen, die laufen völlig im Dunkeln und über die nie irgendwo berichtet wird.

Und genau wegen solcher unbekannter Mechanismen, die dann plötzlich aus dem Hinterhalt zuschnappen und alles was gut läuft nochmal völlig durcheinander bringen, graut mir vor vielen Dingen. In dem Fall war’s ein Mechanismus, der meinte ganz besonders hilfreich zu sein, aber das Weiterkommen verwehrte, obwohl alles in Ordnung ist. Ich sah schon wieder alle meine Reisepläne über den Haufen geworfen; oder aber mich einen sinnlosen Rückflug buchen, der innerhalb des visafreien Zeitraumes liegt und nochmal richtig schön teuer ist, nur um die Software zu satuieren …

Nach einer viertel Stunde Diskussion der Check-in-Dame mit dem Flughafenpersonal und einem Telefongespräch mit der Lufthasa-Zentrale stellte sich heraus: in der Software ist es möglich, eine zusätzliche Reiseroute zu hinterlegen; zum Beispiel einen früheren Weiterflug. Den hatte ich natürlich – glücklicherweise gerade noch einen Tag vorher zurechtgepuzzelt und auch schon gebucht, so dass ich den Weiterflug nachweisen konnte. Das Bestätigungs-PDF hatte ich auf dem Tablet; Flugnummer und Airline genügte – und natürlich ein Abflugdatum, welches innerhalb des Visa-Zeitraumes liegt.

 
 
 
 

Der Weiterflug wird dann per „add itinerary“ in die Software hinzugefügt und ich konnte einchecken und der Boarding-Pass wurde freigegeben. Das hatte die Check-in-Mitarbeiterin auch das erste Mal gehört. Haben wir also beide etwas gelernt. Das ging natürlich auch nur am Schalter. Die Check-in-Automaten, die ja alles ganz einfach machen sollen, sind für so einen Fall nicht ausgerüstet. Mit Sicherheit ist so auch kein Online-Check-in möglich.

Man muss schon die Visa-Bestimmungen eines Reiseziellandes im Vorfeld etwas kennen und dann eben die Weiterflüge schon entsprechend gebucht haben, dass man die in genau solchen Fällen problemlos schnell vorweisen kann. Das passiert alles am Check-in-Schalter, wo man auch das Gepäck abgeben würde. Aus irgendwelchen Gründen werden die Fluggesellschaften dafür verantwortlich gemacht, dass die Sache mit den Visa hinhaut.

 
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Manchmal bin ich doch tatsächlich etwas inspiriert – und dann passiert etwas neues; und manchmal wird dabei sogar auch etwas fertig. Und so trug es sich zu, dass ich plötzlich eines nachts mein Lieblingslied (Lionel Richie – „Easy“) auf deutsch umgedichtet hatte. Da ich zu jener Zeit etwas in Outdoor-Stimmung war, ist „Wald und Wiese“ dabei herausgekommen. Bühne frei:

 
 

Christian außer Haus – „Wald und Wiese“

 
 

 

Während meiner Schottland-Reise (über die an anderer Stelle noch gesondert zu berichten wäre) habe ich zudem etwas die Kamera geschwungen, um im Nachhinein noch ein paar bewegliche Bildchen, für ein Lied, welches zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch gar nicht richtig existierte, zusammenbasteln zu können.

Beim Einspielen der Musique wurde es tatsächlich etwas kniffliger und ich habe das erste mal gemerkt, wie schön es doch wäre, wenn man einen Takt halten könnte (und singen könnte), oder allgemein ein bisschen mehr von Musik verstehen würde. Aber nach dem Motto „Mir egal, ich lass das jetzt so … !“, war dann auch wegen Fehlen jeglichen einheitlichen Metrums der Beititel „Ein Lied ohne Tempo“ aus der Taufe gehoben.  ;) … oder vielleicht würde man das mit viel gutem Willen noch als „atemrhythmisch“ bezeichnen können.